Lappland (21.5.-7.6.22)

8 Jahre nach der letzten Skandinavienreise zog es uns wieder nach Norden. Wir flogen nach Oulu, machten Halt in Kuusamo und fuhren dann via Ivalo nach Kaamanen und von dort dem Inarisee entlang ins norwegische Pasviktal. Weitere 5 Nächte verbrachten wir auf Varanger und reisten dann via Ivalo zurück nach Oulu.

Mit dem Wetter hatten wir Glück, lediglich an 2 Tagen störte Regen unser Programm. Allerdings hatte der Frühling gut zwei Wochen Verspätung, weshalb an vielen Orten noch Schnee oder Schneereste lag. Am störendsten war dies in Iivaara, wo der Weg hinauf vereist und nicht passierbar war.

Auf Varanger sorgte die Sonneneinstrahlung auf den kalten feuchten Boden für massives Flimmern, was für das Fotografieren nicht gerade ideal war. So schaffte ich es nicht, relativ nahe sitzende Seeadler scharf abzulichten, auch die balzenden Kampfläufer verschwammen in der flirrenden Luft.

Insgesamt gab es aber eine nette Ausbeute an Fotos und wir beobachteten insgesamt rund 150 Vogelarten.

Hier geht es zur Webgalerie mit den Fotos der ganzen Reise, chronologisch

 

Jungvolk (22.4.22) + eine Geschichte von 2021

Warum auch in die Ferne schweifen, dachte ich mir und begab mich auf Fotopirsch in den Irchelpark. Die Kamera war noch im Rucksack, als ich einen Gartenrotschwanz - nicht fotografierbar, da zu weit weg - entdeckte. Weiter ging es mit einem Teichrohrsänger, der in einem Busch, aber auch aus altem Schilf sang. Im alten Schilf waren zwei Nester zu sehen, der Sänger hielt sich sehr verdeckt. Dafür paddelte ein Blässhuhnpaar mit mindestens 7 Jungen im seichten Bereich herum. Als ein Altvogel weiter weg schwamm, folgten ihm die kleinen Punks.

Der Teichrohrsänger liess mich nicht los, und ich versuchte von verschiedenen Seiten, ihn zu porträtieren. Nur einmal machte er die Freude, und sang sozusagen vor meinen Ohren.

Als nächstes suchte ich den Gartenrotschwanz dort, wo ich ihn das erste Mal gesehen hatte, doch der wollte nicht. Dafür plätscherte es laut im Weiher, und ich erkannte vier laichende, riesige Fische. Die schwammen dann weg an ein anderes Ufer, dafür realisierte ich, dass auf der Miniaturinsel inmitten des Weihers eine Gänsesägerin mit Jungen sass. Das war ein Sujet, nur musste ich zuerst rund um den Weiher laufen, um das Licht von der richtigen Seite zu haben. Ich pirschte mich an, und das Weibchen schaute nur einmal kurz auf. Als aber auf der anderen Seeseite jemand ans Ufer trat, bekam sie es mit der Angst zu tun und dislozierte, freundlicherweise präzis an mir vorbei.

Später sah ich sie mit den 13 Jungen am Ufer.

Nachdem ich die Beobachtung auf die Plattform ornitho.ch gestellt hatte, informierten mich ein Mitglied des NVV Höngg und eine weitere Person (vielen Dank!), dass bereits vor einem Jahr ein Gänsesägerweibchen mit 13 Jungen auf dem Uniparkweiher beobachtet werden konnte, zu einem ähnlichen Datum. Damals blieb die Sägerin aber nicht lange dort, sondern begab sich mit ihren Jungen zu Fuss zur Limmat. Dabei tauchten sie am belebten Milchbuck-Markt auf, querten später den Schaffhauserplatz, wo der Verkehr inklusive Tram stillstand. Mittlerweile hattenn die kleinen Fussgänger Begleitschutz durch viele Passanten und einen motorisierten Polizisten erhalten. Via Rotbuchstrasse fand die Sägerdame den Weg zur Limmat, wo sie ihre Jungen wieder einwasserte.

 

Blust-Sänger (13.4.22)

Die Goldammer im Neeracherried und die Mönchsgrasmücke im Rütihof haben sich blühende Sträucher für ihren Gesang ausgesucht, während die Zauneidechsen am Gubrist-Südhang das warme Wetter geniessen.

Boxmätsch (21.3.22)

Mani Matter hat einen überdenkenswerten Text zu einem Boxkampf in ein Lied umgesetzt. Man findet ihn im Internet.
Er ist mir beim Kampf der Blässrallen spontan in den Sinn gekommen.

Angefüttert (16.3.22)

Trotz 5 Stunden Bahnfahrt, maskiert notabene, machten wir einen Tagesausflug nach Arosa. Das Wetter wäre wunderschön gewesen, aber der Saharastaub machte die Sicht diesig, es herrschte zeitweise beinahe Weltuntergangsstimmung, was aber dank des diffusen Lichtes durchaus seinen Reiz hatte.

Unsere Wanderung führte uns hin und zurück auf sehr gut gepfadeten Wegen nach Maran und dann zur Prätschalp, wo es Kaffee und Kuchen gab.

Gleich zu Beginn des Eichhörnliwegs - es war kurz nach 10 Uhr - erwarteten uns die verwöhnten Nager. Sie verhielten sich sehr nervös, flink und waren kaum zu fotografieren, da sie lieber ganz nah kamen und Hosenbeine als Klettermöglichkeit ansahen. Nachmittags war übrigens kein einziger der flinken Nager mehr zu sehen, sie waren wohl voll gefressen. Entlang des Eichhörnliwegs hat es mehrere offizielle Fütterungsstellen, Eichhörnchen, Meisen und Tannenhäher waren dort anzutreffen, oft im Schatten oder im Gegenlicht und opportunistisch Leuten folgend, die fütterten. Zudem: Auch die Vögel waren immer in Bewegung, sassen kaum einmal still und machten die Arbeit des Fotografen nicht einfacher.

Wir sahen Tannen-, Hauben-, Alpen- und (wenige) Kohlmeisen, Tannenhäher, Rabenkrähe, Buchfink, Amsel, Misteldrossel. Eher seltene Arten konnten wir keine entdecken.