Fichtenkreuzschnabel (8.10.20)

Ziel war, wieder einmal eine neue Gegend kennzulernen und gleichzeitig ein bisschen auszuspannen. So übernachteten wir zwei Mal im Hotel Langis auf dem Glaubenberg. Dort befindet sich das grösste zusammenhängende Hochmoor. Es sollen auch drei Raufusshühnerarten vorkommen, Luchs und Wolf sollen gesichtet worden sein. Die Landschaft ist wirklich sehr reizvoll, alle Wege sind durchnässt, ein Flüsschen mäandriert durch das Gebiet, im Hintergrund zeigt sich der Pilatus.

Ornithologisch waren wir zur falschen Jahreszeit dort. Das Beste waren zwei Familien Fichtenkreuzschnabel. Keine Vögel, aber auch fliegend waren die vielen Admirale, die im Minutentakt westwärts flogen.

Das Foto dieses Admirals entstand im Nachbarsgarten, der Admiral besuchte den Sonnenhut etwa während einer halben Stunde.

Bei mir im Garten fand ich am 13. Oktober auf der Rose, auf welcher sich letztes Jahr einige vierpunktige Sichelschrecken sowie eine punktierte Zartschrecke aufhielten, drei Individuen der Zartschrecke: zwei Weibchen und ein Männchen.

Eiablage Grünes Heupferd (28.9.20)

Das Beet für den Nüsslisalat war vorbereitet, die Nüsslisamen gesät - und dann das: Ein Weibchen des Grünen Heupferds erfrechte sich, Eier in die unkrautfreie Fläche zu legen. Ich meine das natürlich scherzhaft, denn das freut mich viel mehr als der spätere Nüsslisalat. Die Knacknuss ist nur: Wie bringe ich möglichst viele der Eier durch? Fläche einfach sein lassen? Nüssli im Winter trotzdem schneiden? Bis wann die Fläche in Ruhe lassen?

Antworten werden sich wohl noch finden. Im Moment freue ich mich einfach ob der Beobachtung.

Das Foto zeigt das Weibchen bei der Eiablage.

In letzter Zeit gab es wenig Spektakuläres zu fotografieren:

Hausrotschwanz

Rapsweissling

ein Wolkenbild

Schwanzmeisen, davon ein mögliches caudatus-Individuum

und ein badendes Rotkehlchen:

 

Sumpfhuhn-Mauser (2.9.20)

Das Zwergsumpfhuhn (siehe Beitrag vom 25.8.) vom Kaltbrunnerried ist weg, dafür hält sich an nahezu identischer Stelle ein Kleines Sumpfhuhn auf. Aber was für eines: Es handelt sich um ein Weibchen in Vollmauser. Es ist total zerzaust und die Schwungfedern fehlen gänzlich. Zu Fuss ist es aber noch sehr gut unterwegs, und es frisst fast dauernd - wenn es sich nicht gerade irgendwo kratzt.

Die Brutmauser bei den kleinen Rallen (Wasserralle, Tüpfelsumpfhuhn, Kleines Sumpfhuhn, Zwergsumpfhuhn) findet nach Abschluss des Brutgeschäftes statt. Es ist eine Vollmauser, bei der Grossgefieder und Flügeldecken simultan abgeworfen werden. Auf den beiden Fotos ist gut zu sehen, wie die Flügel noch nicht wieder entwickelt sind.

Reiherparadies (28.8.20)

Wir wollten das Purpurhuhn nochmals probieren, übernachteten deshalb in Orbe und hielten uns (nebst einer Wanderung auf dem Mt. Suchet ohne Mornell aber mit feinem Tomme zum Zmittag im Chalet, der Embouchure du Mujon in Yverdon und der für Limikolen extra überfluteten Wiese bei Yverdon) öfters im Naturschutzgebiet Creux de Terre auf. Um es vorwegzunehmen: Das Purpurhuhn wollte uns auch diesmal nicht sehen, es ist mal wieder spurlos verschwunden, vielleicht noch im Gebiet oder aber sonstwo.

Creux de Terre ist für Reiher sehr gut. Wir sahen diesmal Graureiher, Silberreiher, Purpurreiher, Zwergdommel und Nachtreiher. Das Licht allerdings ist eine Herausforderung. Vom Unterstand aus scheint die Sonne am Morgen schnell einmal seitwärts, um im Laufe des Nachmittags zu Gegenlicht zu werden. Am besten ist es, wenn die Sonne nicht direkt einstrahlt.

Normalerweise fangen die Silberreiher kleine Fischchen, dieser hier hat aber einen fetten Brocken erwischt.

 

Sumpfhuhn, das (25.8.20)

Gemäss Duden wird Sumpfhuhn in der Umgangssprache auch scherzhaft für einen unsoliden Menschen gebraucht.

In der Ornithologie gehören die Sumpfhühner zu den Rallen. In der Westpaläarktis kommen vor: Wasserralle, Tüpfelsumpfhuhn, Kleines Sumpfhuhn, Zwergsumpfhuhn, Teichhuhn, Blässhuhn, Kammblässhuhn, Purpurhuhn.

Gestern Montag glückte es mir, die letzte noch fehlende Rallenart (ausser einer nordamerikanischen Ausnahmeerscheinung, dem Carolinasumpfhuhn) zu fotografieren: Das Zwergsumpfhuhn. Es war auch das erste Mal, dass ich diese seltene Rallenart zu Gesicht bekam, was nicht weiter verwunderlich ist, denn sie hält sich meistens tief im Schilf verborgen auf. Zur Brutzeit hört man das Zwergsumpfhuhn gelegentlich im Neeracherried rufen, allerdings quaken dort auch noch Frösche die ähnlich tönen, wenn die Rufe nicht gerade durch Auto- oder Flugzeuglärm überdeckt werden. Jedenfalls war es mir nie möglich, klar zu sagen: Jetzt habe ich es gehört.

Umso mehr freute ich mich über die Beobachtung an einem Linth-Nebenkanal, wo der Vogel am Sonntagmorgen von der Natrix-Jugendgruppe beobachtet wurde.

Natürlich war ich nicht allein, eine Hand voll namhafter Fotografen versuchten ebenfalls ihr Glück. Und obwohl der kleine Kerl - mit 16-18 cm Körperlänge etwas kleiner als eine Wasseramsel - oft in guter Distanz zu sehen war, war das Fotografieren durchaus tricky: Die weissen Federn an der Kehle brennen leicht aus, die Bewegungen sind extrem schnell, oft ist es verdeckt oder der Hintergrund ist sehr unruhig, zudem musste oft der Platz gewechselt werden, denn das Sumpfhuhn blieb nicht so solid am selben Ort. So blieb nichts anderes übrig, als auf gut Glück auszulösen und Speicherkarten zu füllen. Zum Schluss blieben dann doch das eine oder andere anständige Foto.

Auf dem nächsten Bild schaut es verunsichert einer vorbei schwimmenden Ringelnatter zu

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