Zum Jahreswechsel (19.12.21)

Ein pandemiebedingt schwieriges Jahr neigt sich dem Ende zu. Fotografiert habe ich nur in der Schweiz, oft nur in der Umgebung von Zürich, dafür intensiv in meinem Schrebergarten, wo sich eine grosse Vielfalt von Insekten tummelt, die ich die meisten nicht genauer bestimmen kann.

Es hatte mindestens fünf Heuschreckenarten, Schmetterlinge, Schwebfliegen, Solitärbienen, Hornissen, Wespen und Honigbienen, mehrere Wanzenarten, Käfer aller Art.

Die Wühlmäuse gruben tüchtig Gänge und verköstigten sich an Wurzeln, aber auch Wald- und Spitzmäuse gibt es. In den Mausgängen hocken gelegentlich Erdkröten. Andere Säugetiere waren Fuchs, Steinmarder und Dachs - diese fotografierte die aufgestellte Wildkamera.

Grosse Freude machte ein Männchen der Zauneidechse, das ich mehrmals antraf. An Vögeln gibt es nichts Besonderes - es sind lediglich Allerweltsvögel regelmässig anzutreffen.

So enthält mein Bilderbogen für den Jahreswechsel lauter Gartentiere.

Wenn es in letzter Zeit sonnig war, packte ich die Kamera ein und machte mich am Stadtrand auf die Pirsch.

Turmfalke bei Weiningen

Erlenzeisig beim Tierspital

Schwanzmeise bei der Tramhaltestelle Irchel

Dohle mit weissen Federn beim Bürkliplatz

Unteres Zürichseebecken (2.12.21)

Neben dem Sterntaucher beim Zürichhorn (siehe Blog vom 15.11.21) halten sich weitere interessante Wasservögel am und auf dem Zürichsee auf.

Eine Heringsmöwe ist seit vielen Jahren in der Gegend des Utoquai zu sehen, mal auf einem Boot, manchmal beim Hafen Riesbach oder einfach draussen auf dem See. Das Bild stammt von 2014.

Vor allem junge Kormorane jagen auch einmal nahe des Ufers nach einem Leckerbissen.

Eher selten sieht man Silbermöwen. Zur Zeit ist eine nahezu Adulte beim Bürkliplatz anzutreffen. Dieses Individuum ist bereits den zweiten Winter in Zürich.

Gelegentlich sieht man eine beringte Möwe, wie diese Lachmöwe. Anhand des gut ablesbaren Ringes weiss man recht genau, wo sich diese Möwe aufhielt.

Geschlüpft ist sie am 13. Juni 2017 in Tschechien. Seither wurde sie jeden Winter in Zürich gesehen, ab 2019 jeweils im August und September hielt sie sich in Genf auf. Vergangenen Sommer flog sie in ihr Geburtsland, nach Tschechien. Diese Lachmöwe zeigt schön die Ortstreue, und wie punktgenau sie ihre Aufenthaltsorte anfliegt. (Diese Informationen verdanke ich W. Leuthold, der mir den Report der tschechischen Ringzentrale zur Verfügung stellte.)

Am Zürichsee sieht man kaum je Brandgänse. Das Exemplar vom Bürkliplatz trägt einen schmalen Metallring, zu lesen ist darauf nichts. Es dürfte sich also um einen Gefangenschaftsflüchtling handeln.

 

Sterntaucher (15.11.21)

Sterntaucher (Red-throated Loon) brüten ganz im Norden Europas: In Skandinavien, Schottland und Island. An kleinen Gewässern ziehen sie ihre Brut auf, zur Nahrungssuche fliegen sie an grössere Gewässer.

Den Winter verbringen sie an den Meeresküsten und an grösseren fischreichen Binnengewässern. Ein diesjähriges Individuum ist in diesen Tagen in der Gegend des Zürichhorns zu sehen. Gelegentlich sieht man den Sterntaucher ufernah, meistens ist er jedoch in der Mitte des Sees am Fischen.

Sterntaucher sind verwandt mit Prachttaucher, Eistaucher und Gelbschnabeltaucher - die letzteren beiden sind deutlich grösser.

Kurz vor dem Eintauchen

Nach dem Putzen

Sterntaucher im Kleid des ersten Winters.

Adulter Vogel mit zwei Jungen, fotografiert 2016 in Shetland.

Oktoberblues (24.10.21)

Die warmen Tage sind kürzer geworden, die Vegetation mag nicht mehr so recht. Und jedes Jahr ein Wunder: Die Farben der Blätter.

Bei den Schmetterlingen sieht man jetzt häufig den ziehenden Admiral, der sich zum Beispiel an Efeublüten mit Nahrung versorgt.

Die Heuschrecken sind im Fortpflanzungsstadium. Bevor es Winter wird, müssen die Eier gelegt werden. Hier zwei Alpine Gebirgsschrecken aus dem Kanton Schwyz anfangs Oktober.

Im Herbst ist oft die Fernsicht ausserordentlich gut, wie hier im Kanton Schwyz beim Furggelenstock - Sicht auf den grossen und den kleinen Mythen.

Einzelne Blumen blühen auch im Oktober, hier der Gefranste Enzian.

Haubentaucher können selbst im Oktober noch Junge führen. Ein Paar mit einem Jungen zeigte sich am Bellevue den versammelten zürcher Sonnenhungrigen.

In den Bergen weichen die Huftiere den schneebedeckten Flächen aus. Unterhalb des Chäserrugg zählten wir in zwei Gruppen zusammen rund 40 Gämsen.

Morgenlicht (13.9.21)

Der Neuenburgersee liegt an der Zugroute. Deshalb gibt es auch immer wieder besondere Beobachtungen - sei es im Fanel, in Champ-Pittet oder an der Mündung der Mujon in Yverdon. Die Zugroute führt dann weiter durch die Orbe-Ebene an den Genfersee und von dort weiter Richtung Frankreich.

Seit letztem Jahr ist westlich von Yverdon ein etwa 5 ha grosses Feld nach der Ernte künstlich überschwemmt worden. Den durchziehenden Watvögeln bietet sich so ein willkommener Rastplatz. Das Projekt ist auf 5 Jahre ausgelegt, wird wissenschaftlich begleitet und könnte auch zur Verbesserung der Bodenstruktur beitragen.

Wir besuchten die Fläche am zweiten Septemberwochenende und konnten viele verschiedene Arten beobachten. Früh am Morgen ist das Licht wundervoll. Hier einige Eindrücke.

Bodennebel verzaubern die Orbe-Ebene.

Grünschenkel

Kampfläufer

Sandregenpfeifer

Die meisten anderen Arten wie Pfuhlschnepfe, Bruchwasserläufer, Zwergstrandläufer, Bekassine oder Alpenstrandläufer waren für Fotos zu weit weg.

Bei der Embouchure du Mujon waren die Alpenstrandläufer recht nah:

Alpenstrandläufer

Hier hielt sich auch ein unbekümmerter Seidenreiher nahe des Ufers auf.

Seidenreiher